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Hörverluste





Leichte Hochtonschwerhörigkeit

Der Hörverlust macht sich in Situationen mit mehreren Gesprächspartnern oder beim Fernsehen bemerkbar. Sonst wird die Einschränkung nur in geringem Maße wahrgenommen. Auch diesen Hörverlust kann man versorgen, je früher desto besser für Sie. Sehr viel hängt hier vom Empfinden des Patienten ab. Ein extrovertierter Mensch wird diese Hörschädigung als nicht der Rede wert empfinden. Dagegen ist es für eine eher introvertierte Person ein großes Problem. Wenn man sich hier versorgen lassen will, dann sollte möglichst ein Hinter-dem-Ohr-Gerät so offen (offene Versorgung) wie möglich angepaßt werden. Für gelegentliches Tragen der Hörgeräte ist ein Kassengerät bestens geeignet.

 

Mittelgradige Hochtonschwerhörigkeit

Diese Hörschädigung macht sich in Situationen bemerkbar, bei denen mehrere Personen gleichzeitig kommunizieren, z. B. im Restaurant. Der Fernseher wird viel zu laut gestellt. Im Einzelgespräch ist das Mundbild sehr wichtig, um zu verstehen. Der Schwerhörige versucht viele Worte von den Lippen abzulesen. Männerstimmen werden besser gehört und verstanden, als Frauen- oder Kinderstimmen. Die Versorgung mit einem Hörgerät wird immer öfter aus dem persönlichen Umfeld thematisiert. Die Hörgeräteversorgung sollte möglichst offen mit einem Hinter-dem-Ohr-Gerät erfolgen. Bei In-dem-Ohr-Geräten muss ein großer Vent von mindestens 1 - 1,4 mm vorhanden sein. Bei geringen Ansprüchen an die Hörqualität kann dieser Hörschaden auch kostengünstig sehr gut versorgt werden.

 

Mittelgradige breitbandige Schwerhörigkeit

Diese Hörschädigung bringt das persönliche Umfeld des Patienten fast zur Verzweiflung. Ständig wird eine Diskussion ums Hören geführt. Der Patient wird langsam aus dem gewohnten Umfeld isoliert. Er geht sozialen Kontakten immer mehr aus dem Weg.

Die Versorgung ist mit Hinter-dem-Ohr- sowie Im-Ohr-Geräten optimal möglich. Hier macht auch das Vorhandensein eines Sprachprozessors (siehe das Hörgerät) Sinn. Falls ein In-dem-Ohr-Geräht gewählt wird, sollte dies meiner Ansicht nach so klein wie möglich sein,bestenfalls Gehörgangsgeräte. Allerdings sollte man auf eine ausreichende Verstärkungsreserve achten ohne auf eine Belüftung des Gehörgangs verzichten zu müssen (siehe offene Versorgung). Halbconcha- und Conchageräte empfehle ich nur, wenn Ihnen die neugierigen Blicke in der Postwarteschlange nichts ausmachen. Durch die Miniaturisierung in der Chiptechnologie sind sehr kleine Bauformen, auch bei Hinter-dem-Ohr-Geräten, möglich geworden. Die mittlere Zuzahlungsebene garantiert hier sicher ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis, wobei Unterschiede in der Zuzahlung auch gut nachvollziehbar sind.

 

Hochgradige Innenohrschwerhörigkeit

Hier wurde nach jahrelangem Kampf gegen die Familie nun doch der Ohrenarzt konsultiert. Das Ergebnis: "Fast-Exodus des Innenohres". Na gut, was sein muss, muss sein, aber bitte ein Hinter-dem-Ohr-Gerät. Die Im-Ohr-Geräte sind im Hochtonbereich längst an die Grenzen des physikalisch Machbaren gestoßen. Durch Ausprobe wird nachvollziehbar, wie gut Hörgeräte sein können. Sollte das Mittelohr mit betroffen sein, ist eine ausreichende Reserve bei der Leistung wichtig. Je besser die Hörgerätetechnik, um so effektiver ist die Ausnutzung des verbliebenen Hörbereichs. Hier ist die Qualität der Technik sehr entscheidend und vor allem hörbar nachvollziehbar.

 

 

Hochtonsteilabfall

Durch die gute Hörgerätetechnik heute lässt sich der Hörverlust trotz starken Hochtonabfalls optimal versorgen, vorausgesetzt die Belüftung des Gehörganges und ein gutes Rückkopplungsmanagement der Technik ist gewährleistet. Leider muss man in geräuschvoller Umgebung einen gewissen Kompromiss eingehen. Eine schrittweise Anpassung der Lautstärke wäre wünschenswert. Hier sind ausnahmsweise einmal bei aller Automatik eine Lautstärke- bzw. Potiregelung empfehlenswert. Je hochwertiger die Geräte, desto besser die Akzeptanz bei diesem Hörverlauf. Geräte mit Okklusionsmanager haben hier Vorteile. Die Ausprobe bzw. der Vergleich bringt es.

 

starker Hochtonsteilabfall

Hier würde ich Ihnen auf jeden Fall einen Kollegen vor Ort empfehlen, denn dieser Frequenzverlauf ist äußerst schwierig zu versorgen, da in jedem Fall die Physik einen Kompromiss erzwingt. Die Schwierigkeit besteht darin, auf der einen Seite den starken Hochtonabfall ausreichend zu versorgen und auf der anderen Seite das fast normale Gehör im Tieftonbereich zu erhalten. Um das zu gewährleisten, ist ein offener Gehörgang notwendig. Dadurch pfeift aber das Hörgerät bei voller Hochtonverstärkung, es lässt sich nur ein Kompromiss erzwingen. Bei noch sehr guten Gehör im Tieftonbereich kann es sein, daß das Eigenrauschen des Hörgerätes als störend empfunden wird. Durch ein paar Tricks kann man die Verstärkung im Hochtonbereich zwar erhöhen, aber die Sprachverständlichkeit wird ihren Tribut zollen müssen. Geräte der Top-Klasse bieten hier Rückkopplungsmanager, die solche Probleme in den Griff bekommen, aber Physik bleibt Physik. Bitte die Erwartungen herunterschrauben.

 

asymetrischer Hörverlust

Der Probant hat einen unterschiedlich starken Hörverlust. Oft reicht hier die Versorgung mit einem Hörgerät. Die optimale Seite sollte durch Ausprobe ermittelt werden, das heißt durchaus zwei Geräte gleichzeitig probieren. Meißt wird das schlechtere Ohr ausgewählt, da das Hörergebnis insgesamt besser ist und das Richtungshören wieder funktioniert. Manchmal wird auch das bessere Ohr für eine Versorgung empfohlen. Aber sollten keine besonderen Befunde bei dem schlechteren Ohr vorliegen, würde ich in jedem Fall den Versuch wagen.

 

 

 

An Taubheit grenzender Hörverlust

Die Versorgung ist schwierig, aber nicht unmöglich. Die Ausprobe verschiedener Geräte ist hier sehr wichtig (unterschiedliche Berechnungsmodi der Prozessoren), da nur eine sehr geringe Resthörigkeit bzw. Restdynamik vorhanden ist. Die große Dynamik des Hörens muss in das verbleibende Hörvermögen des Ohres projiziert werden. Das stellt enorme Anforderungen an die Technik. Powergeräte werden Gott sei Dank immer kleiner. Leider ist dieser Grad der Schwerhörigkeit bei Kindern sehr häufig. Hier wird auch gerne noch immer etwas überversorgt (Lautstärke). Deshalb den Rat patenter Akustiker in dafür geschaffenen Kinderhörzentren einholen. Wichtig: Das Beste ist gerade gut genug. Falls das Budget es nicht zulässt, ist ein Preisvergleich um so wichtiger.

 

Vollständige Taubheit

Dieser Befund dürfte in Deutschland heute nicht mehr anzutreffen sein, da die Technik mittlerweile so weit ist, dass durch das Implantieren von Hörgeräten direkt ins Innenohr ein Hören wieder ermöglicht wird. Eine Übertragung von elektrischen Impulsen direkt auf das Hörorgan (Cochlea) ermöglicht eine Hörverbesserung. Diese Art von Hörgeräten werden durch Spezialisten im HNO-Bereich eingepflanzt und in Zusammenarbeit mit Akustikern eingestellt. Hier ist eine intensive Nachbetreuung bis zu einem Jahr Voraussetzung für den Hörerfolg.

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